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Immobile Werte

Wertkonstruktionen und Raumkonstruktionen am Beispiel des Immobilienmarktes für Wohneigentum

Dissertant: Marc Michael Seebacher 

Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Ulrich Ermann

Kurzbeschreibung des Dissertationsprojekts 

Das Dissertationsprojekt geht aus einer sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektive der Frage nach, auf welche Art und Weise Wohnimmobilien in „wertvolle“ Güter verwandelt werden, wie Wohnungen (ökonomische) Werte performativ zugeschrieben werden und wie in weiterer Folge auch Immobilienmärkte in lokalen Kontexten durch Wissensordnungen und konkrete Bewertungspraktiken (Valuations) konstituiert und „performt“ werden. Aus dem Blickwinkel einer Beobachtung 2. Ordnung soll der Praxis der (ökonomischen) Bewertung von Wohnimmobilien sowohl aus der Sicht von „Marktexperten“ (z.B. Immobilienmaklern), als auch aus jener einzelner Haushalte, Wohnungseigentümern oder Wohnungsmietern, analytische Aufmerksamkeit geschenkt werden.  

Dabei wird davon ausgegangen, dass ökonomische Werte (wie Märkte und der Preis eines Gutes) nicht einfach nur als Resultate von rationalen Kalkulationen in Bezug auf Angebot und Nachfrage oder als „black-box“ gegeben sind, sondern dass sie auf spezifisch gerahmte und in sozio-materiellen Kontexten eingebettete Bewertungspraktiken zurückzuführen sind, denen qualitativ-verstehend in rekonstruktiver Perspektive und unter Verwendung sozial- und kulturwissenschaftlicher Methoden nachgegangen werden kann. Dieses Nachzeichnen von „valuation practices“ scheint vor allem aufgrund der spezifischen Charakteristika des Gutes der Immobilie und allgemein von Immobilienmärkten (z.B. Heterogenität und Immobilität der Güter, Informationsassymetrien) interessant zu sein, speziell auch im Hinblick darauf, dass Wertartikulationen in Bezug auf Immobilien immer auch mit raumbezogenen Zuschreibungen und damit mit Prozessen der Raumkonstruktion einhergehen (z.B. der Wert einer „guten“ Lage). Über die gewählte theoretisch-konzeptionelle Zugangsperspektive, v.a. über den Ansatz der „Performativität“ und der damit verbundenen Charakterisierung von Werten und Märkten als gesellschaftlich konstruiert, soll das Dissertationsprojekt zu einem innovativen Verständnis des „Funktionierens“ von Immobilienmärkten beitragen sowie alternative Blick-winkel auf scheinbar gegebene Realitäten und Entitäten der Ökonomie bereitstellen. Weiters wird im Projekt das Konzept des „Wertes“ in der Immobilienökonomie, wie auch allgemein in Bezug auf „das Wohnen“ als Notwendigkeit menschlicher Existenz einerseits und auf „Wohnungen“ als Wirtschaftsgüter und als zusehends auch international handelbare Waren andererseits, kritisch analysiert. Hierbei sollen mögliche Zusammenhänge zwischen ökonomischen und sozio-kulturellen, wie auch emotiven und affektuellen Werten und Wertvorstellungen im Kontext alltäglicher Praktiken des Wohnens, auf der Ebene einzelner Haushalte, empirisch untersucht werden. Damit verbunden ist auch eine allgemeine Auseinandersetzung mit Wertkonzepten in der Wirtschaftsgeographie, denn die Räumlichkeit der Ökonomie ist in ihrer Gemachtheit immer auch als gesellschaftlich formierter Ausdruck von (ökonomischen) Bewertungspraktiken, konfligierenden Wertvorstellungen und multiplen Wertkonzepten als angewandte Regionalisierungsprinzipien zu verstehen.

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