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InduCult 2.0

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Industrielles Erbe, kulturelle Ressourcen der heutigen Industrie und kreative Pioniere

Zur Nutzung von Industriekultur in Mitteleuropa

Projektbeschreibung

Im Zuge des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels haben sich die Industriegesellschaften Europas zu vernetzten Informationsgesellschaften entwickelt, die zunehmend auf Wissensökonomie und Kreativwirtschaft aufbauen. Diese Entwicklung betrifft die einzelnen Regionen jedoch in unterschiedlichem Maß. Während Ballungszentren heute die bevorzugten Standorte der Wissensökonomie sind, welche Verarbeitung und Design vereinen, geraten Klein- und Mittelstädte in ländlichen Gegenden wirtschaftlich zunehmend ins Abseits. Zwar konnte sich hier meist eine kleine industrielle Basis erhalten, doch gelingt es diesen Städten nicht, Wissensökonomie und Kreativwirtschaft in größerem Umfang für sich zu nutzen.

Das Projekt InduCult2.0 vereint Fallstudien klein- und mittelstädtisch-geprägter Regionen in Mitteleuropa, die eine spezifische industrielle Vergangenheit und Gegenwart abbilden. Die Fallregionen haben starke Wandlungsprozesse gerade im industriellen Bereich durchlaufen – bedingt durch Automatisierung, die Anpassung an und Einbindung in globale Produktions-ketten und die Integration des postsozialistischen Raums in den Weltmarkt. Heute verdeutlichen diese Regionen die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Disparitäten in Mitteleuropa. Die lange Vorherrschaft der Industrieproduktion hat ein spezifisches kulturelles Klima geschaffen, das sich durch die Konzentration bestimmter Fähigkeiten, Einstellungen, Werte, Traditionen, aber auch greifbarer Erinnerungsmale und Artefakte bestimmen lässt. Dennoch werden diese Regionen von außen häufig als kulturell unattraktiv angesehen, und die Akteure vor Ort nutzen die existierende Industriekultur nicht in vollem Umfang für die Weiterentwicklung dieser Regionen.

Im Projektansatz spielt das Konzept der Industriekultur eine entscheidende Rolle. In einer innovativen Lesart lässt es sich – ergänzend zu einer traditionellen Beschränkung auf das industrielle Erbe – mit aktuellen Entwicklungen im Bereich kultureller und kreativer Ressourcen verbinden. Einzelaspekte dieser Industriekultur werden in manchen Fallregionen bereits in Wert gesetzt, eine umfassende Betrachtung und Aufbereitung als Werkzeug für die Regionalentwicklung steht indes noch aus. Das InduCult2.0-Projekt will diese Lücke schließen und zielt darauf ab:

  • die Idee einer Industriekultur zu etablieren,
  • die spezifische Kultur industrieller Regionen zu stärken und sie als Standortfaktor nutzbar zu machen sowie
  • Industrieregionen durch eine Wiederbelebung des Pioniergeistes zu stärken.

Die Forschungsgruppe um Dr. Wolfgang Fischer am Institut für Geographie und Raumforschung an der Karl-Franzens-Universität Graz begleiten diese Aktivitäten zusammen mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde aus Leipzig (Deutschland) wissenschaftlich. Auf Workshops wird der aktuelle Stand der Diskussion zum Konzept Industriekultur aufgearbeitet und in Form wissenschaftlicher Inputs zur Entwicklung von Pilotaktivitäten genutzt. Im Rahmen einer transnationalen Sommerschule werden sich Studierende verschiedener Fachrichtungen mit Vertretern aus den Fallregionen darüber austauschen, wie die vorhandene Industriekultur für die Regionalentwicklung genutzt werden kann. Zudem wird eine interaktive Karte zur Visualisierung der Industriekultur in Mitteleuropa entwickelt.

Das InduCult2.0 Projekt wird mit Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung  co-finanziert und wird im Rahmen von INTERREG Central Europe durchgeführt.

Weitere Informationen:

Projektteam Uni Graz

 

Wolfgang Fischer
Mag. Dr.

 

Judith Pizzera
MMag. Dr.

Jörn Harfst
Dipl-Geogr.
Danko Simic
BSc.

Ein Jahr INDUCULT2.0 – Update und erste Ergebnisse

Danko Simić

Das INTERREG Projekt InduCult2.0 beschäftigt sich seit Juni 2016 mit klein- und mittelstädtisch-geprägten Regionen in Mitteleuropa, die von einer spezifischen industriellen Vergangenheit und Gegenwart geprägt werden. Die spezifische Kultur industrieller Regionen sollen durch das Projekt gestärkt werden und als Standortfaktur genutzt werden. Dadurch soll der Pioniergeist wiederbelebt und interne und externe Wahrnehmung dieser Räume verändert werden (Für weitere Informationen zum Projekt www.inducult.eu).

Das Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens-Universität Graz ist einer der zwei wissenschaftlichen Projektpartnern im Netzwerk von insgesamt 10 Projektpartnern. Eine der grundlegenden Zuständigkeiten des Institutes ist die Unterstützung der Partner durch thematische Inputs und inhaltliche Leitung, sowie die Organisation des transnationalen Wissenstransfers.

Die Forschungsgruppe um Dr. Fischer hat zu diesem Zweck zwei thematische Input-Papiere für die Arbeitspakete T2 und T4 erarbeitet (Tab 1). Diese fokussieren unterschiedliche Beispiele für eine lebendige Industriekultur in Mitteleuropa: die spezifische, ortsgebunden materielle und immaterielle Charakteristika industrieller Produktion und wie diese zeitlich von Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft übersetzt und interpretiert werden können.

Tabelle 1 Thematische Arbeitspakete InduCult2.0

Thematische Arbeitspakete

Hauptverantwortlicher Partner

T1

Establishing and promoting the concept of Industrial Culture in Central Europe´s industrial regions

Leibniz Institut für Länderkunde  

T2

Priming Industrial Culture as a unique feature of regional identity

Stadt Leoben

T3

Deploying Industrial Culture for securing labor force and strengthening the regional ties of companies

Padova Chamber of Commerce, Industry, Craft and Agriculture

T4

Fostering creativity and innovation in the environment of industry and its remains

Karl-Franzens-Universität Graz

 

Neben den thematischen Inputpapieren wurde ein Rahmenpapier ‘STRATEGIC POTENTIAL OF INDUSTRIAL CULTURE FOR REGIONAL DEVELOPMENT’ gemeinsam mit dem Institut für Länderkunde erstellt. Diese Abhandlung diskutiert das Potential von lebendiger Industriekultur als ein Instrument für Regionalentwicklung und besonders zur Re-Interpretation von industriell geprägten Regionen. Dabei wird die Entwicklung des Verständnisses von Industriekultur veranschaulicht und die wichtigsten Schlüsselelemente zu ihrer Wiedernutzung hervorgehoben. 

Neben den Input-Tätigkeiten übernimmt das Institut für Geographie und Raumforschung die interne Evaluierung der Projektergebnisse und berät die Partner. Alle Projektpartner haben zehn Argumente für eine lebendige Industriekultur entworfen, und Konzepte entwickelt, wie diese in den eigenen Regionen genutz werden sollen. Die Argumente der acht nationalen Argumentationspapiere wurden zu fünf transnationalen Argumenten für eine lebendige Industriekultur geclustert und im Papier ‘Transnational argumentation paper on industrial culture for regional development’ aufgearbeitet.

Eine lebendige Industriekultur ist…

…eine einzigartige regionale Besonderheit und ein endogener Schöpfer von Identität.

…ein Image, ein Standortfaktor und ein Marketinginstrument.

…eine Möglichkeit um den Pioniergeist wiederzubeleben, Arbeitskräfte anzuziehen und die Jugend an die Region zu binden.

…eine Möglichkeit Tradition und Kreativität zu kombinieren.

…ein Instrument um den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel erfolgreich zu bewerkstelligen.

 

Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden in die aktuelle Lehre eingebunden, zum Beispiel: ‘Cultural Heritage as a Potential for Regional Development and Tourism’ und ‘Integrative Seminar – Industries, Mining and after utilization’ am Institut für Geographie und Raumforschung, gehalten von Dr. Wolfgang Fischer. Gemeinsam mit dem Leibniz Institut für Länderkunde wurde eine transnationale Sommerschule mit dem Titel ‘REINVENTING INDUSTRIAL CULTURE – NEW FUTURES FOR THE PALLA’ organisiert (Glauchau, Deutschland, 30.Juli bis 6.August 2017). Master und PHD-Studentinnen und Studenten aus China, Deutschland, Ghana, Italien, Litauen, Polen, Russland, Schweden und der Ukraine arbeiteten - gemeinsam mit ihren Gruppenleiterinnen und -leitern, Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Glauchau und der Region, Expertinnen und Experten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – an Zukunftskonzepten für eine lokale Industriebrache. Der Bericht der Sommerschule ‘LESSONS LEARNED: TAKE HOME MASSAGES FROM THE TRANSNATIONAL SUMMER SCHOOL’ stellt die wichtigsten Schritte für Regionen, die ebenfalls eine Sommerschule abhalten wollen und wie diese die Region positiv beeinflussen kann, dar.

Die Ergebnisse des Projektes werden regelmäßig bei internationalen Konferenzen und Workshops präsentiert und in wissenschaftlichen Journals publiziert:

 

  • Poster presentation at the 5th Moravian Conference on Rural Research EURORAL ’16, Brno, Czech Republic, August 29th – September 2nd, 2016: ‘Industrial Heritage, Cultural Resources of Current Industries and creative pioneers – utilizing industrial culture in central europe’
  • Full paper contribution at the meeting of hexagonal research group, Maribor, Slovenia September 29th – September 30th, 2016: ‘Industrial Heritage, Cultural Resources of Current Industries and creative pioneers – utilizing industrial culture in central europe’ (full paper: http://www.ff.um.si/zalozba-in-knjigarna/ponudba/zbirke-in-revije/revija-za-geografijo/clanki/stevilka-11-2-2016/rg2211-204harfst,pizzera,simis-industrialheritage,culturalresourcesofcurrentindustriesandcreativepioneers.....pdf)
  • Full paper contribution at the 3rd International Scientific Conference GEOBALCANICA 2017, Skopje, Macedonia, May 20th- May 21st, 2017: ‘INDUSTRIAL CULTURE AS AN EMERGING TOPIC IN REGIONAL DEVELOPMENT?’ (full paper: http://geobalcanica.org/wp-content/uploads/GBP/2017/GBP.2017.20.pdf)
  • Full paper contribution at the Contemporary Trends in Tourism and Hospitality, 2017, NEW SPACES IN CULTURAL TOURISM, September 1st – September 2nd, 2017, Novi Sad, Serbia: ‘New opportunities for tourism diversification by utilizing industrial culture – a case study from Graz, Austria’ (full paper: http://www.dgt.uns.ac.rs/ctth/2017/ctth2017cp.pdf)
  • Full paper contribution at the Network Conference of Spa-ce.net, The Role of Public Sector in Local Economic and Territorial Development in Central, Eastern and South-Eastern Europe, Sofia, Bulgaria, September 13th –  September 15th, 2017, Sofia, Bulgaria: Fostering development via ‘Industrial Culture’? Networking and development initiatives in (post-) industrial regions of Central Europe

 

Wir freuen uns auf…

…das Mid-term-Event (21.März bis 23.März 2018 in Genk/Brüssel, Belgien). Das Event findet im Europäischen Parlament statt und richtet sich an Europäische Parlamentarierinnen und Parlamentarier, Repräsentantinnen und Repräsentanten von nationalen Ministerien, Projektpartnern und den wichtigsten lokalen Stakeholdern. Das Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens-Universität ist in der praktischen und inhaltlichen Organisation des Events wesentlich beteiligt.

…unsere eigene Session bei der REGIONAL STUDIES ASSOCIATION ANNUAL CONFERENCE 2018 mit dem Titel: ‘Fostering regional development via ‘Industrial Culture’? Concepts, discourses, utilizations.’ Die Konferenz findet vom 3.Juni bis 6.Juni 2018 an der Universita della Svizzera Italiana in Lugano, Schweiz statt.

Scientific Workshop

"Conceptualising Industrial Culture"

10-11 October 2016, University of Graz, Austria

Bei der Veranstaltung diskutierten Forscher aus Russland, Slowenien, Tschechische Republik, Polen, Deutschland und Österreich ihre gemeinsamen Erfahrungen und Zugänge zum Thema "Industriekultur". Der Austausch unterstrich die verschiedenen Ansätze zu dem Thema, stellte aber auch gemeinsame Aspekte heraus. Es wurde deutlich, dass sowohl materielle und immaterielle Elemente der alltäglichen Industriekultur analysiert werden müssen, um ein ganzheitliches Verständnis des Begriffs zu entwickeln. Analytisch muss dabei in diesem Zusammenhang vor allem bei dem Begriff "Kultur" ein tieferes Verständnis erarbeitet werden. Auf politischer Ebene könnte insbesondere die Frage nach der Rolle des Staates in der Revitalisierung von Regionen ausserhalb von Agglomerationsräumen vertieft diskutiert werden.

Beide Aspekte werden in einer geplanten Veröffentlichung vertiefend diskutiert, welche das Ergebnis des Workshops sein wird. Das Institut für Geographie und Raumforschung an der Universität Graz und das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig werden diese Publikation gemeinsam konzipieren.

Die Veranstaltung wurde von der Regional Studies Association unterstützt.

Die Ergebnisse des Workshops wurden dann während des transnationalen Auftaktkonferenz des InduCult2.0 Projekt 12-14 Oktober 2016 in Leoben regionalen Akteuren und Projektpartnern präsentiert.

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