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Gletscherschwund

Montag, 28.03.2022, Forschen, presse, Universität

Rettung der Pasterze wäre wirtschaftlich nicht leistbar, zeigt neue Studie.

An Österreichs größtem und bekanntestem Gletscher lässt sich der Klimawandel begreifen wie kaum wo anders. Die Pasterze hat in den letzten Jahrzehnten deutlich an Masse verloren, und mit dem Eis schwindet auch die touristische Attraktivität. Könnte man mit einer Schicht aus Kunstschnee den Gletscher retten? Dieses hypothetische Experiment haben ForscherInnen der Universität Graz durchgeführt.

„Anhand von Modellierungen haben wir festgestellt, dass genügend Wasser vorhanden wäre, um der Pasterze mit Kunstschnee eine Schutzschicht gegen das Abschmelzen zu verpassen“, berichtet Jakob Abermann, Forscher am Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz und Hauptautor der Studie. Abgesehen von den ökologischen Konsequenzen wäre das Projekt aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten allerdings nicht tragfähig. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kosten für die Erhaltung schon jetzt um ein Vielfaches höher wären als alle bestehenden Tourismuseinnahmen zusammen. Mit den steigenden Temperaturen würde der Aufwand in naher Zukunft noch größer werden, da man noch mehr Schmelze kompensieren müsste. Abermann erklärt zur Motivation der Studie: „Wir möchten darauf hinweisen, dass wir hier nicht eine konkrete, umsetzbare Idee oder einen Auftrag verfolgen, sondern dass wir eine hervorragende Datengrundlage genützt haben, um prinzipiell die klimatologischen und ökonomischen Randbedingungen eingrenzen zu können“, erklärt Abermann zur Motivation der Studie.

An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, wie schwer es wäre, die Folgen des Klimawandels auszugleichen. Studien des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz zeigen, dass für eine Erhaltung unseres Lebensumfeldes eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 90 Prozent notwendig wäre.

Publikation: „Too expensive to keep – bidding farewell to an iconic mountain glacier?” Regional Environmental Change, https://doi.org/10.1007/s10113-022-01912-4

Mehr Infos zur Forschung von Jakob Abermann

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