Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz, Österr. Geographische Gesellschaft, Zweigstelle Graz, und Fachgruppe Geographie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark
laden ein zum
Geographischen Kolloquium
Do. 11. Dezember 2014,
18.00 h, im Hs. 11.03
Dr. habil. Christian Steiner (Osnabrück)
Die Mitwelt jenseits der Dritten Säule.
Herausforderungen einer pragmatischen Gesellschaft-Umwelt-Forschung für die Geographie
Zum Vortragenden
Christian Steiner hat Geographie, Politikwissenschaften und Öffentliches Recht studiert und mit einer wirtschaftsgeographischen Arbeit über Krisen und organisationale Lernprozesse in der Hotelindustrie der arabischen Welt an der Universität Mainz promoviert. Nach der Vertretung einer Professur für Wirtschaftsgeographie an der Universität Osnabrück arbeitet er gegenwärtig als wissensch. Mitarbeiter am Institut für Humangeographie der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Schnittfeld von Sozial-, Wirtschafts- und Tourismusgeographie sowie der Mensch-Umwelt-Forschung. Dabei widmet er sich in den letzten Jahren verstärkt der Fruchtbarmachung der Philosophie des klassischen Pragmatismus für die Entwicklung integrativer Ansätze in der Geographie und hat sich hierzu 2013 an der Goethe Universität Frankfurt habilitiert.
Zum Inhalt
Die geographische Mensch-Umwelt-Forschung ringt seit vielen Jahren um die Entwicklung integrativer Ansätze, mit deren Hilfe die Spaltung des Faches entlang natur- oder sozialwissenschaftlicher Perspektiven überwunden und die Einheit des Faches wieder hergestellt werden kann. Lösungsansätze hierzu wurden vor allem auf fachtheoretischer und methodischer Ebene gesucht. Demgegenüber plädiert der Vortrag für eine erkenntnistheoretische Neuausrichtung der Geographie. Hierzu schlägt er die Philosophie des klassischen Pragmatismus sowie das Mitwelt-Konzept aus der Umweltethikdebatte vor und fragt nach deren Potenzialen, Konsequenzen und Herausforderungen für eine integrative Geographie.