Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz,
Österr. Geographische Gesellschaft, Zweigstelle Graz, und
Fachgruppe Geographie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark
laden ein zum
Geographischen Kolloquium
Do. 6. April 2017
18.00 h, im HS. 11.03
Drin. Ruth Drescher-Schneider, Maga. Susanne Tiefengraber (Graz)
Kultur-, Landschafts- und Klimawandel
in der Steiermark
Zu den Vortragenden
Ruth Drescher-Schneider, Paläobotanik und Pollenanalytikerin: Geburtsort: Biglen (Kt. Bern/CH); Studium der Biologie in Bern, 1977: Dissertation zur spät- und postglazialen Vegetationsgeschichte am Südrand der Alpen. Danach A. v. Humboldt-Stipendium in Göttingen zur Vegetationsgeschichte des Mittelmeergebietes. 1979–1987 Mitarbeit im Nationalfondprojekt „Palynologic and stratigraphic investigations of Swiss lake and mire deposits“ in Bern. Lebt seit 1986 in Graz; 1991-1998 Lehraufträge an der Univ. Graz über „Vegetations- und Klimageschichte des Quartärs“; Mitarbeit an zahlreichen Projekten, z.B. seit 1993 zum Thema „menschlicher Einfluss auf dem östlichen Dachsteinplateau und in den Niederen Tauern“ oder seit 2011 zur Frage der Ernährung der Bergleute von Hallstatt während der Bronzezeit (Naturhistorisches Museum Wien).
Susanne Tiefengraber (Archäologin, Kunsthistorikerin): Geburtsort: Graz; Studium in Graz. Langjährige Mitarbeit am Bundesdenkmalamt im Bereich der archäologischen Landesaufnahme der Steiermark. Mitarbeit an zahlreichen archäologischen Ausgrabungen und Projekten wie „Prähistorische und antike Verkehrswege in den Ostalpen“ für die österreichische Akademie der Wissenschaften oder 2011 für das Projekt „Hall-Impact“ am Naturhistorischen Museum Wien. Seit 2007 Auswertungen und Kartierungen von LIDAR-Daten für die Archäologie in Zusammenarbeit mit dem GIS Steiermark.
Zum Inhalt
Im Rahmen des Projektes „Kultur-, Landschafts- und Klimawandel in der Steiermark“ wurden Daten und Fakten aus Paläoäobotanik und Archäologie vereint und zu einer auf 16 Einzelkarten darstellgestellten Gesamtentwicklung für den Zeitraum von. 21.000 v. Chr. bis 1.000 n. Chr. zusammengefügt und durch einen umfangreichen Text ergänzt. Jahrtausende lang wurde der Homo sapiens von den Umweltbedingungen dominiert und mied unwirtliche Gebiete. Doch bald lernten die Jäger und Sammler diesen zu trotzen und sich durch die Entwicklung innovativer Techniken zu behaupten. Der Veränderungsprozess betraf jedoch schnell nicht mehr nur den Menschen selbst, sondern auch seine Umwelt. Er begann mit der Rodung von Waldbeständen, dem Anbau von Nutzpflanzen (Archäophyten) und dem Halten von Nutztieren (Archäozoen) im Zuge seiner Sesshaftwerdung und schritt weiter fort zu großflächigen Landschaftsveränderungen wie dem Abbau von Bodenschätzen und dem Anlegen von größeren Siedlungen, Befestigungen und Grabstätten.